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14.11.2018 – Pan American (US), Annabelle Playe (FR), Lilli Kuschel (DE)

frameless 19
Mittwoch, 14. November 2018
Ort: MUG im Einstein | Einsteinstrasse 42 | 81675 München
Beginn: 20:00 Einlass: 19:30 Eintritt frei

Pan American (US)
Annabelle Playe (FR)
Medienkunst: Lilli Kuschel (DE)

Die letzte Ausgabe von frameless für das Jahr 2018 bringt KünstlerInnen aus den USA, Frankreich und Deutschland zusammen. Pan American ist eine Legende der abstrakten elektronischen Gitarrenmusik Nordamerikas. Annabelle Playe präsentiert die Performance „Geyser“ in einem Geflecht aus analogen Synthesizern, während die Filmemacherin Lilli Kuschel die Grenzen von Realität und Fiktion in der marokkanischen Wüste erörtert.

Nach Asa-Chang & Junray geht der Herbst der Legenden weiter: Pan American erblickte vor 20 Jahren das Licht der Welt, als Solo-Projekt des Labradford-Gründungsmitglieds Mark Nelson. Bereits für Labradford prägte Nelson eine neue Verschmelzung: Er führte die sphärischen Gitarrenlandschaften, die für das Kranky Label typisch waren, mit elektronischen Elementen aus House und Dub zusammen. Eine hypnotische und melancholische Landschaft aus sich wiederholenden melodischen Fragmenten und abstraktem Noise, die Mark Nelson seitdem auf unverwechselbare Art und Weise zusammenfügt. Für frameless reist er mit E-Gitarre, Elektronik und Hackbrett an.

Annabelle Playe ist eine französische Musikerin und Künstlerin. In zahlreichen Projekten hat sie sich den Wechselwirkungen von Text, Bild und Klang gewidmet, um letztlich ein rein musikalisches Set zu entwickeln, das inhaltliche Fragen anhand des Klangs entwickelt. Mit mehreren analogen Synthesizern, Effektgeräten und anderen Geräuschquellen erschafft sie eine energetische, konzentrierte Komposition aus Strukturen, Flächen, Noise und Rauschen. Die Performance „Geyser“ variiert zwischen erzählerischen Strukturen und abstraktem Zerfall und soll – so Playe – reflektieren, wie wir die Welt und uns darin wahrnehmen. Manchmal in stiller Energie, manchmal eruptiv wie ein Geysir.

Die Filmemacherin Lilli Kuschel konfrontiert in Ihrer Arbeit „Atlas Cinema“ die Realität mit der medialen Wirklichkeit, die ihr angetragen wird. Der Film offenbart verlassene Filmsets und Kulissen vor der Landschaft des Atlas-Gebirges und kontrastiert sie mit der Tonspur der dort gedrehten Filme wie etwa Lawrence von Arabien. Touristen stapfen durch Schauplätze des einstigen heroischen Gestus. Der Alltag der Bauern auf ihren Quads bildet einen Gegensatz zur statischen Verlassenheit der Kulissen. In stillen, konzentrierten Bildern analysiert Kuschel die Wegstrecke von der Realität in die Fiktion – und den zerklüfteten Weg zurück.

Foto: Lilli Kuschel