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12.6.2015 Rayon / Machinefabriek / Akihiko Taniguchi

frameless 03
12. Juni 2015 20:30
Rayon / Markus Acher (München)
Machinefabriek (Niederlande)
Videokunst: Akihiko Taniguchi (Japan)
MUG / Einstein Kultur, Einsteinstrasse 42, 81675 München
Eintritt frei

Markus Acher, Foto: Gerald von Foris

Markus Acher, Foto: Gerald von Foris

Mit seinem Solo-Projekt Rayon verfolgt Markus Acher eine Gratwanderung zwischen elektronischem Track und Kammermusik. Der Multiinstrumentalist, Mitbegründer von The Notwist und des Labels Alien Transistor bringt Musiker wie Joasihno oder Rumpeln in einem live-Arrangement zusammen, um die Harmonie und Melancholie eines klassischen Ensembles auf die Kühle der elektronischen Musik und die abstrakten Klangwelten des Digitalen treffen zu lassen. Und was uns besonders stolz macht: Dieses Konzert von Rayon ist eine Erstaufführung, extra für die Reihe frameless komponiert.

Machinefabriek

Machinefabriek

Mit Machinefabriek fördert der Niederländer Rutger Zuydervelt eine besondere Schönheit zwischen Stille, Aufnahmen der Umgebung, vereinzelten Instrumenten und elektronischem Rauschen zutage. Diese erprobte er in bislang über 90 Einzelveröffentlichungen und nahezu ebenso vielen Kooperationen, unter anderem mit Nils Frahm, Steven Vitiello sowie zahlreichen Installationskünstlern und Filmemachern. Rutger Zuydervelt verbindet die ungeheure Vernetzung des Digitalen mit der tiefen Kontemplation, die man im Verweilen an einem besonderen Ort erfährt.
Für frameless wird er mit Tonabnehmern arbeiten, die auf Magnetfelder von Computern und Smartphones reagieren und so die physische Präsenz der Dinge hörbar machen, die digitale Räume erschaffen.

Der japanische Videokünstler Akihiko Taniguchi zeigt mit seiner Arbeit Recording of Everyday Life digital erfasste und dreidimensional simulierte Innenräume des alltäglichen Lebens. Ein Schreibtisch, neben dem sich die Kleidung stapelt, ein Waschbecken mit Föhn und Bürste, intime Orte entfalten sich als digitale Simulation. Taniguchi führt in seiner Videoarbeit die sich andeutende Vermischung von digitalen und realen Räumen weiter. Die Offenlegung des Alltäglichen auf Foren wie Twitter oder Facebook spiegelt sich in dieser faszinierenden und verstörenden Führung durch digitalisierte Räume des Privaten.


http://www.alientransistor.de
http://www.machinefabriek.nu
http://okikata.org

14.4.2015 Nicolas Bernier / Masayoshi Fujita / Timo Arnall

frameless 02
14.4.2015 20:30
Nicolas Bernier (Kanada)
Masayoshi Fujita (Japan / Berlin)
Timo Arnall (UK)
MUG / Einstein Kultur, Einsteinstrasse 42, 81675 München
Eintritt frei

Der zweite frameless-Abend zeigt einen Kontrast, der stärker nicht sein könnte: Eine Erkundung digitaler Dimensionen durch Nicolas Bernier und eine Hingabe an traditionelle Formen des Erzählens mit Masayoshi Fujita. Nichtsdestotrotz sind es gemeinsame Traditionen der digitalen Musik, die beide prägen: das Sequenzielle, das Sample, die Abstraktion. Selbst eine Performance auf einem traditionellen Instrument zeugt so von der Ästhetik des Digitalen.

Nicolas Bernier

Nicolas Bernier, Foto: Alexis Bellavance



Der Kanadier Nicolas Bernier ist einer der spannendsten Köpfe, die zwischen elektronischer Musik, Performance und Installationskunst arbeiten. Seine Arbeit Frequencies (Synthetic Variations) ist ein abstrakter elektronischer Track im Zusammenspiel mit Lichtimpulsen, die durch Acrylglasplatten geschossen werden. In absoluter Dunkelheit erkundet Bernier die ästhetischen Dimensionen des Digitalen, und entwickelt dabei einen ungeheuren Sog. Frequencies (Synthetic Variations) ist konzentriert und berauschend zugleich. Und mit dieser Meinung stehen wir nicht alleine: 2013 erhielt Nicolas Bernier die Goldene Nica der Prix Ars Electronica. Bernier arbeitet außerdem als Dozent für elektronische Musik an der Universität Montreal.

Masayoshi Fujita

Masayoshi Fujita



Den Gegensatz zur Erforschung des kühlen, digitalen Raums bildet Masayoshi Fujita. Auch Fujita arbeitet mit der Ästhetik der elektronischen Musik, wie unter anderem in Projekten mit Jan Jelinek. Die neuen Stücke des in Berlin lebenden Vibraphonisten scheinen sich jedoch gezielt von den flüchtigen, vernetzten Formen des Digitalen abzugrenzen. Masayoshi Fujitas aktuelles Album „Stories“ erzählt wie ein vertrauter Sammelband musikalische Geschichten, deren minimalistische Schönheit in ihren Bann zieht.

Timo Arnall: Robot Readable World, 2012 (Still)

Timo Arnall: Robot Readable World, 2012 (Still)

Timo Arnall: Robot Readable World, 2012 (Still)

Timo Arnall: Robot Readable World, 2012 (Still)

Timo Arnall: Robot Readable World, 2012 (Still)

Timo Arnall: Robot Readable World, 2012 (Still)



Die Videoarbeit „Robot Readable World“ des britischen Medienkünstlers und diesjährigen Transmediale-Teilnehmers Timo Arnall widmet sich indes dem Blick digitaler Augen. Aus dem Internet gefundenes Videomaterial wird mit stilisierten Rastern versehen. Es sind die Spuren der Sondierung und Kategorisierung des Alltags durch automatische Erkennungssoftware – eine fragwürdige Poesie.

http://www.nicolasbernier.com/
http://masayoshifujita.com/
http://www.elasticspace.com/

1.4.2015 Tristan Perich / Lesley Flanigan / Scott Morrison / Stéphane Garin / Celine Flamen

frameless 01
1. April 2015 20:30
Tristan Perich (USA)
Lesley Flanigan (USA)
Stéphane Garin (Frankreich)
Celine Flamen (Frankreich)
Videokunst: Scott Morrison (Australien)
MUG / Einstein Kultur, Einsteinstrasse 42, 81675 München
Eintritt frei

Sowohl Tristan Perich als auch Lesley Flanigan – zwei der spannendsten Akteure zeitgenössischer Musik aus New York – zeigen das Aufeinandertreffen digitaler Algorithmen auf klassische Instrumente oder die menschliche Stimme. Sie versinnbildlichen damit auf ästhetische Weise die Widersprüche wie auch die möglichen neuen Partnerschaften zwischen Mensch und Computer, die unser Leben unter digitalen Bedingungen prägen.

Tristan Perich, Foto: D. Yee

Tristan Perich, Foto: D. Yee

Tristan Perich aus New York ist einer der einflussreichsten Komponisten der jungen Gegenwart, die sich an der Grenze zwischen Medienkunst und Musik bewegen. Perich arbeitet mit Computerchips, die nur einen Ton zu einer bestimmten Zeit von sich geben. Diese Chips sind die Grundlage seiner 1-bit-music. So brachte er beispielsweise eine CD heraus, in dessen Plastikgehäuse mehrere Chips mit einem Kopfhörerausgang verbunden waren und führte seine Musik in Lautsprecher-Installationen im Museum of Modern Art in New York über, von denen jeder einen einzigen Ton von sich gab.
In der frameless Reihe wird Tristan Perich sowohl ein elektronisches Solo-Set spielen, als auch eine Komposition für Cello und 1-Bit-Elektronik interpretieren lassen.

Lesley Flanigan

Lesley Flanigan

Die New Yorker Künstlerin Lesley Flanigan baut Instrumente aus Holz und Lautsprechern. Mit Ihrer Stimme und Feedbacks aus den Lautsprechern schafft sie eine elegische Performance von besonderer Schönheit. Durch die elektronische Verarbeitung in Loops und Fragmenten erzeugt sie ein Spannungsfeld zwischen körperlicher Erfahrung und der Abstraktion des Digitalen.

Stéphane Garin

Stéphane Garin

Begleitet werden Perich und Flanigan von den Musikern Stéphane Garin (Ensemble 0, Percussion) und Céline Flamen (Cello). Neben den Arbeiten von Tristan Perich werden sie auch ein Stück des amerikanischen Komponisten Michael Pisaro spielen.

Die Videokunst von Scott Morrison ergänzt den Abend um eine visuelle Ebene. Der Australier arbeitet mit Naturbildern – Aufnahmen aus dem Polarmeer, die wogenden Reben eines Felds –, die digital verfremdet werden und surreale Dimensionen annehmen. Morrisons Bilder zeigen die Durchdringung der Welt durch das Digitale und gleichzeitig deren verstörende Schönheit.

http://www.tristanperich.com/
http://lesleyflanigan.com/
http://0sound.tumblr.com/
http://scottm.com.au/

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